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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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157
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I. Zur römischen Literatur. »5?

Unter deinem Finger das Antlitz neu. O ich denkeNoch dran, wie wir Sonnen hinab bis spat in die

Nacht hin

Beide wie Einer lebten, mit Einem Mahl uns er-quickten,

Eine Arbeit und Eine Ruhe unter uns theilten,

Und beim Tische den Ernst mir keuschem Scherze

vermischten.

Unsrer beider Tage, Eornutus, glaub' es gewiß mirWerden in Einem Bunde von Einem Gestirne ge-

lenket;

Sens entweder, daß unser Leben die WahrheitkargeParze zusammen wog auf Einer glücklichen Waage:Oder daß die Stunde, die treue Freunde verknüpfetEin einträchtiges Schicksal wie unter Zwillinge theilte:Daß mit Jupiters Gunst wir beide vereinet den

Einfluß

Jenes bösen Saturns uns mildern. Wahrlich ich

weiß nicht

Welch glückselig Gestirn mich dir so innig hinan

fügt.

Tausend Menschenartcn und tausend LebensgebraucheGicbt es: jeglicher hat sein Wollen, seine Begierden.Dieser erhandelt Pfeffer und Indischen Kümmel,

der bleich macht,

Gegen Italische Maaren: er reis't zur früheren

Sonne

Deshalb. Ein andrer mag des sanftbefeuchtenden

Schlafes

Lieber genießen und satt und fett seyn. Diesem ist

Martis

Feld sein Leben; jenem der Geldverzehrende Spieltisch.