I. Zur römischen Literatur. »5?
Unter deinem Finger das Antlitz neu. O ich denkeNoch dran, wie wir Sonnen hinab bis spat in die
Nacht hin
Beide wie Einer lebten, mit Einem Mahl uns er-quickten,
Eine Arbeit und Eine Ruhe unter uns theilten,
Und beim Tische den Ernst mir keuschem Scherze
vermischten.
Unsrer beider Tage, Eornutus, glaub' es gewiß mirWerden in Einem Bunde von Einem Gestirne ge-
lenket;
Sens entweder, daß unser Leben die WahrheitkargeParze zusammen wog auf Einer glücklichen Waage:Oder daß die Stunde, die treue Freunde verknüpfetEin einträchtiges Schicksal wie unter Zwillinge theilte:Daß mit Jupiters Gunst wir beide vereinet den
Einfluß
Jenes bösen Saturns uns mildern. Wahrlich ich
weiß nicht
Welch glückselig Gestirn mich dir so innig hinan
fügt.
Tausend Menschenartcn und tausend LebensgebraucheGicbt es: jeglicher hat sein Wollen, seine Begierden.Dieser erhandelt Pfeffer und Indischen Kümmel,
der bleich macht,
Gegen Italische Maaren: er reis't zur früheren
Sonne
Deshalb. Ein andrer mag des sanftbefeuchtenden
Schlafes
Lieber genießen und satt und fett seyn. Diesem ist
Martis
Feld sein Leben; jenem der Geldverzehrende Spieltisch.