I. Zur römischen Literatur.
Persius fünfte Satyre.
1.14
Ein Gespräch mit seinem Lehrer Cornurus.
Cornutus.
Dichter machen cs so: sie wünschen hundert der
Stimmen,
Hundert Mäuler und Zungen sich her zu hundert
Gedichten;
Mögen sie jetzt ein MahrchcL dem traurigen, tragi-schen Spieler
Herzukcuchen geben; wie oder die Wunden des Par-
thers,
Der sich den Pfeil aus der Schaam zieht--
Aber wozu das? wozu
Solche Bissen vom Ricsengedicht den Leuten ins
Maul zu
Werfen, daß sie dazu wohl hundert Schlünde be-gehrten?
Will der Spieler erhaben reden, so mag er die
Wolken
Helikons lesen, wenn ihm der Progne, wenn ihm
Thycstcs
Blutiger Brate noch etwa dampft; ein Brate von
dem der
Abgeschmackte Glyko sehr oft muß speisen.
D u biss nicht
Einer der Art! Du treibst, auch wenn die Masse
beim Fcu'r kocht,
Nicht mit Blasebälgen die Winde zusammen, du
gehst nicht