i5o I. Zur römischen Literatur.
Lernt, ihr Elenden, lernt! Die Natur der Dinge
zu forschen:
Was wir sind? und wozu wir geboren wurden?
den Rangort,
Den die Natur uns setzte! wie fein das Wenden
ums Ziel sey!
Und warum es so sey? wie weit uns Wünsche ver-gönnt sind?
Auch im Geld! Wozu der harte Thaler zu nutzen?
Wie viel man für Freunde, dem Vaterlande zum
Besten,
Man aufopfern müsse mit Anstand? Wer in der
Menschheit
Du sollt seyn und wohin dein Gott dich weise ge-setzt hat? —
Dieses lern' und beneid' cs nicht, wenn jener Ge-richtssprach
Viele gefüllte Fässer in seinem Keller bereit hat,
Weil er fette Umbrer vertheidigte. Neid' es ihm
nicht, wenn
Ihm sein Marser-Klient jetzt Pfeffer, Schinken
und frische
Salzsisch' sendet, wenn er noch kaum die alten ver-zehrt hat.
Hier wird etwa Einer der bockigen Eenturionen
Sagen: „ich weiß mir gnug!" Ich mag kein gräm-licher Solon,
Kein Areesilas seyn! Mit niedergeschlagenen Augen
Gehn sie, steifen Halses, umher und sprechen da
murmelnd
Mit sich selbst, als ob sie die stille Wuth verfolgte: