I. Zur römischen Literatur. 149
G'rad in den engtn Hals des Topfs zu treffen; den
Kreisel
Also geschickt zu peitschen, daß keiner behender ihn
forttrieb.
Du hast etwas Bessers gelernt, die Krümme der
Sitten
Auszusinden und was sonst im gelehrten Athene
Unter den Bildern der langbekleideten Meder gelehrt
wird,
Wo die Jünglinge sich den Schlaf, die niedlichen
Speisen
Und die geputzten Haare versagen, Weisheit zu ler-nen.
Dir ist des Samischen Weisen Buchstab, dir ist
des Lebens
Zweigespaltener Weg aus einem g'raden Stamme
Kund. Und schnarchest ? und^stützest das Haupt, als
fehlten ihm Bande,
Gähnst, als ob das Gestern in allen Gliedern dir
läge.
Red' aufrichtig! Hast du ein Ziel, wornach du den
Bogen
Spannest? oder verfolgst du kindischer Weise die
Raben,
Jetzt mit Kothe, mit Scherben anitzt; wohin dich
der Fuß trägt
Gehst du und lebst so hin? — Ey Freund, man
fordert die Nieswurz
Denn zu spät, wenn die Haut schon auflauft.
Komme dem Uebel
Vor, so darfst du dem Arzt nicht goldene Berge
verheißen.