ig6 I. Zur römischen Literatur.
Freund, was machst du? Die hohe Sonne brennet
die Felder
Längst; cö ruhet das Vieh schon unter den Schatten
des Ulmbaums —
„Ist es möglich? (ruft der Gesellen Einer), so spät
schon!
„Und ist keiner zu sehn von meinen Leuten? nicht
Einer?
„Heida!-^ Man möchte bersten, es möchte die Galle
zersprengen!" —
Nun, drum schreibst du auch wie ein Arkadischer
Esel.
Jetzt gehts endlich ans Buch! Die feingeglättele
Tafel,
(Weiß und gelbe) Papier und Feder muß in die
Hand nun;
Aber o weh! die Feder, sie will nicht schreiben.
Es ist die
Tinte zu dick, jetzt wieder zu dünn'! Es ist zu viel
Wasser
Zugegvsscn und jetzt schreibt gar die Feder gedoppelt.
Armer Tropf! und armer von Tag zu Tage! So
weit ists
Mit dir! Und warum laßt du dich lieber nicht wie
ein Täubchen, '
Wie ein Königssöhnchcn mit niedlichen Bißlcin füt-tern ?
Oder schrcvest und willt der lullenden Amme nicht
schlafen?-