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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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Seite
126
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I. Zur römisch«» Literarur.

So wie aber bei solcher Zerstückung und Zcr-theilung der Begriff der Sache verloren geht: soermattet, oder erlöschet auch die Lust zu lesen, diesonst vorzüglich dadurch erhalten und angefeuertwird, daß wir zu Ende eilen, daß wir den ganzenVerlauf zu wisse» verlangen. Schon die'cr Reizmacht, daß Leute, die sonst übrigens keine Lescsuchthaben, einen Tclemach, Robinson, Gulliver gleich-sam verschlingen, und sie nicht weglegen, che siezu Ende sind; einen Homer, Virgil, Plaurus,Tercnz, Ovid, Suelon, Curtius hingegen, ebenso angenehme Schriftsteller, erregen der JugendSchauder, weil sie nie ein beträchtliches Stück,gleichsam in einem Athen, weglieset, um vom gan-zen Körper zu ucchcilen, um durch die Erwartungdes endlichen Ausfalles angefrischt zu werden.-

Und gewiß durch ein so statiges, mühsamesund ängstliches Lesen wird man kaum die Allenverstehen lernen. Wenige Worte haben einen sogewissen und bestimmten Sinn, daß sie überall,Einerley bedeuten: aus der Nachbarschaft, ausdem Zusammenhänge der ganzen Rede, aus derReihe der Sachen, bekommen sie ihren Werth;anderswo, im Munde andrer Personen, in andrerMaterie bedeuten sie anders. Um dies überall zuverstehen; um es sogleich zu erreichen, nicht, was,ein Wort bedeuten könne, sondern bedeute, kannnicht anders, als durch vielfaches Fortlesen vielerBücher, geschehen u. s. w."

Geßner redet noch weiter vom Schulgebrauchefort: ich will nur hinzusetzen, daß, wenn kaum derWortverstand, kaum der gewöhnliche historische Sinn