I. Zur römisch«» Literarur.
„So wie aber bei solcher Zerstückung und Zcr-„theilung der Begriff der Sache verloren geht: so„ermattet, oder erlöschet auch die Lust zu lesen, die„sonst vorzüglich dadurch erhalten und angefeuert„wird, daß wir zu Ende eilen, daß wir den ganzen„Verlauf zu wisse» verlangen. Schon die'cr Reiz„macht, daß Leute, die sonst übrigens keine Lescsucht„haben, einen Tclemach, Robinson, Gulliver gleich-sam verschlingen, und sie nicht weglegen, che sie„zu Ende sind; einen Homer, Virgil, Plaurus,„Tercnz, Ovid, Suelon, Curtius hingegen, eben„so angenehme Schriftsteller, erregen der Jugend„Schauder, weil sie nie ein beträchtliches Stück,„gleichsam in einem Athen, weglieset, um vom gan-„zen Körper zu ucchcilen, um durch die Erwartung„des endlichen Ausfalles angefrischt zu werden.-
„Und gewiß durch ein so statiges, mühsames„und ängstliches Lesen wird man kaum die Allen„verstehen lernen. Wenige Worte haben einen so„gewissen und bestimmten Sinn, daß sie überall,Einerley bedeuten: aus der Nachbarschaft, aus„dem Zusammenhänge der ganzen Rede, aus der„Reihe der Sachen, bekommen sie ihren Werth;„anderswo, im Munde andrer Personen, in andrer„Materie bedeuten sie anders. Um dies überall zu„verstehen; um es sogleich zu erreichen, nicht, was,ein Wort bedeuten könne, sondern bedeute, kann„nicht anders, als durch vielfaches Fortlesen vieler„Bücher, geschehen u. s. w."
Geßner redet noch weiter vom Schulgebrauchefort: ich will nur hinzusetzen, daß, wenn kaum derWortverstand, kaum der gewöhnliche historische Sinn