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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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125
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I. Zur römischen Literatur.

steiler? jedes einzelne Wort erklärt, die Periodenaus einander gezogen, jeden vierten Tag, ein klei-ncs Pensum auf die Art in kleine Brocken zcrstückt.Jsts möglich, daß ein Jüngling auch von Seelen-kcasten, und gutem Gedachtniste, diese mit Erklä-rungen übcrladnen und aufgedunsteten Tdeile, sichso gegenwärtig erhalten, sie so verbinden könne,daß ein Körper, ich will nicht sagen, ein schönerKörper; nein! nur allenfalls ein Körper, darauswerde; daß er nur, was er lese, behalte, und dar-übcr Rechenschaft gebe." Geßner giebt Beispiele,die eigentlich nicht für mich gehören; ich erinneremeine Leser daran': wie oft cs möglich sey, solcher-gestalt seinen Schriftsteller so ganz aus dem Gesichtezu verlieren, daß man endlich nichts minder, alsihn, erläutert, anführct und kennet. Er fahre fort:

Auch daher, oder ich müßte mich sehr irren,auch daher unter andern rühret der stupor xaeäa-Aogiaus, der fast zum Sprüchworte geworden,daß man Leute sieht, die einen guten Theil ihresLebens unter den weisesten Geistern von der Weltzubringen, und doch daher nichts, als Worte, mit-bringen; statt ihnen gleich zu werden; statt, wiesie, denken, schließen, reden zu lernen.

Um so minder kann jemand bei solcher Lang-samkeit von der wahren Gestalt und Schönheiteines Buchs einen Eindruck bekommen: denn, jelebhafter, um so verdrießlicher wirds ihm seyn,sich zu bewegen, und nicht weiter zu kommen (ssrnovoro czuicioni , socl non proinovsro) inson-derheit da er, der Umschweife wegen, eine Stelle,ein Bild zwei, drei, viermal hören mußte.