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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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108
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I. Zur römischen Literatur.

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ausgekegt sähe*), wie würde er lächeln? oder vi»l-mchr, wie würde er uns über unsre gelehrten Aus-leger bcdauren?

Denn nun wird der Ode ihr Geist, die leben-dige Grazie der Anschaulichkeit genommen: der Toneines Liedes verfehlt, und Sinn und Leben, undAffekt und Alles verfehlt. Was ist unangenehmer,als ein musikalisches Stück in einer widersinnigenTemperatur: und ein Gedicht, im widersinnigen To-ne zu lesen! >veg mit dem Leyern! Hat Horaz einernsthaftes, vollständiges, gründliches Bild von derMannigfaltigkeit menschlicher Charaktere geben wol-len , wie ungründlich, unvollständig, wie sehr voneiner Nebenseite, wie oft nahe am Kindischen? hatHora; seine Dichtergabe, und seine Dichtergesinnungernsthaft und vollständig schildern wollen: unaus-stehlich! kleingroß, kindisch ! Ein Lorberzweig sollihn unter die Götter versetzen: die Nymphen undSatyren sollen poetische Phrases für seine lyrischeBegeisterung seyn: wenn Mäcen seinen Namen insein Dichterbuch cintcagt, will er mit seiner Schei-tel an die Sterne! Oder Thor! und mit allerphraseologischen Auslegung noch ein Thor! Die Lau^ne der ganzen Ode ist weg: sie ist ein unausstchli-^ ches Dichterexcrcitium!-

Kurz! Horaz muß so nüchtern, so zusammen-hängend , so kleingross in der Ode, in seiner erstenOde werden, als ich schon nicht zuerst dies bemerkt,

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