I. Zur römischen Literatur.
le lang unter freiem, kalten Himmel dauren, uni»ich —
IVle äncirrrurn hvllerre, prsemi» krontiuinDüs nüscent supsris: ins tzeliclnin nenNis etc:.
Wenn jeder auf seine Art schwärmt, warumsollte ich nicht auch auf die weinige schwärmen?Man lasse mir das Glück, daß ein paar Zweige aufmeiner Stirne mich in meiner Empfindung unterdie Götter versetzen, daß ich in kalten Hainen mitSatyren und Nymphen Umgang pflege; daß ich al-les habe, wenn meine Muse mir eine Dichterstundegönnet, und wenn du mich, o Maccn! würdigest,mich unter die lyrischen Dichter einzutragen — o soreicht nuin erhabner Scheitel bis an die Sterne! —Leser von horazischcm Gefühle werden im Ganzendieser Ode den von mir angegebenen Ton nicht ver-kennen : sie werden finden, daß sich eine kleine Schat-tirung in die Farbe des Lächerlichen, über die Cha-rakteristik men'chlicher Neigungen, in dieser Ode aus-breite ' daß es eigentlich der Zweck Hora; sey, jedederselben, eigentlich bei einer feinen Schwachheit, zufassen, nur so gelinde zu fassen, als es überhauptHorazens Art ist, nur weise, nur mit ehrbarer Mie-ne zu lächeln, zu spotten, als ob or die Wahrheitsage. — So redet er von andern,, so auch von sich.
Nun denke man sich den komischen Auftritt,wenn der Eommentator, der diese ganze horazischeManier nicht fühlt, dazu kommt, um ein solchesLiedchen seiner Laune, seines stillen vergnügten An-lächeln- , als ein Lehrbuch voll ernsthafter diktatori-