I. Zur römischen Literatur.
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Siebenter Brief.
Eben wollte ich dir des Herzogs von Ni-v e rn o i s A n m e rk u n g e n über das Geniedes Horaz, Desprcaux und Rousseau*)verführen, in denen (seltne Unparthcilichkeit!) in derKunst des Weltumganges, zu loben und zu tadelnmit sich und andern, ja mit den Göttern selbst um-zugehen, Horaz vor den beiden Landsleuten des Her-zogs einen großen Vorsprung gewinnet; und wollte,mit gleicher Unparteilichkeit, wenn gleich nicht mitgleicher Feinheit, Horaz mit zweien seiner Nachcife-rer, Klop stock und Rammler zusammenstellen,da mir die Nachricht von Klöpstocks Hingangeaus unserm Erdcnlebm zukömmt. Sogleich entfälltmir die Feder zu jeder Vergleichung; die Verdienstedes seltnen, Einzigen Mannes, seine heilige Mu-se tritt vor mich und spricht mir zu, freundlich-be-scheiden : „Als ich erschien, klimpertet Ihr auf ei-nem hölzernen Hackbret von Alexandrinern,gereimten Jamben, Trochäen, allenfalls Dactplen,wohlmeynend, trcufleißig und unermeßlich; ich kam,und ließ aus meiner Region euch neue Splbcn-maaße Horen. Diesen waren sie Spott, jenen un-verständlich; mich kümmerte weder Spott noch Kla-ge: denn ich war mir bewußt, daß ich in ihnen die
*) Uebersetzt sind sie i» de» Hamburgischcn Beiträ-ge» zu den Werken des Witzes und der Sitten-lehre. St. r. S, i22.
Herders Werke Sit. u, Kunst. XI. G klsm L/t..