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I. Zur römischen Literaturi
Bilder, die im Tan; von der Lippe Hinwegschwebensollen, mittelst Anwendung aller SprachorgaNe nurhervorzuzwingen; da man denn nicht, wieman gewöhnlich thut, die Harte unsrer Sprache,sondern die Unfähigkeit, sie leicht zu gebrauchen undden falschen Geschmack der Ucbersetzer ankla-gcn müßte. Indem sie nämlich den lyrischen Dich-ter voll und ekbabcn zu machen gedenken, neh-men sie den Mund voll und sprechen Cenrncr'chwereWorte, oder fetzen ihn Nur Stelzen, Siegvrangendund röttlich. Bückt man von ihren UcberladungeNin den alten lateinischen Horaz: so findet Man ge-rade in solchen Stellen die natürliche Einfalt. Diewar ihnen aber zu natürlich; erhabner sollte undmußte er als Odendichter erscheinen, Nach einemtraurigen Mißvekstandniß dieses Wortes. Glaubstdu wohl, Freund, daß, wenn uns jemand eineglückliche, aber schlichte Uebersetzung des Horaz ohnefremden Schmuck, ohne barbarische Schminke gäbe,der große Haufe sagen würde: „Nur das ist Ho-
raz ? nur das? O wie erhabner ist er in unfernDichtern ! " *) Also übersetze du dir den Horaz selbst,zwei - dreimal mit immer frischen Gemüthskräften;die beste Uebersetzung bleibt doch immer die in un-srer Seele.
*) Eine ziemlich unbekannte Uebersetzung verdientviel Lob: Sechzig gewählte Oden desHoraz, Görlitz 179b. Verbesserte Ausgabe.Auch Mastalier, Schmidt, selbst Langebei seinen Fehlern sind Stellen und Oden wohlgelungen; man freuet sich oft des Dichters inunsrer ihm congenialischen Sprache.