I, Zur römischen Literatur, 91
wie Pindar erhaben brause, sondern wie eine Bienegeschäftig sammle; dies höfliche Wort ist aber Wahr-heit. Allen seinen sogcnant-crbabncn Oden merktman Mühe an; in der Auftrinm.nsetzunq haben sieHarten und Spalt.n, Dagegen die sanstern wie or-ganische Gewächse hervorsprieffen; schöne Gebildevon der Wurzel an bis zur Blume, Schlachten,Kriege, Niederlagen der Völker zu singen, war demerfahrnen Mann, der wohl sähe, auf welchem Wi-pfel der Römer Reich stand, und wie hart csdie Welt drückte, widrig, tödtlich.
Religiöse Gegenstände endlich betrachte-te Horaz nur menschlich. Merkur ist ihmSchöpfer einer feineren Menschcnbildung in Sittenund Sprache; Apollo Geber der Gaben des Ge-rnüths, der besten Geschenke, Uebrigens ist sein ver-rufnes Glaahensbekennmiß
Der Götter karger, seltner Verehrer —
Über das man viel Ungehöriges gesagt hat, eben soverständig als schön eingekleidct. Was macht unsguf eine höhere Haushaltung aufmerksam?als unvermuthet-große Veränderungen in der Welt,der Blitzstrahl Zcvs am Wolkenloshcitern Himmel.Auch in Gegenständen dieser Art kam'dem Hora;eine hohe Grazie zu Hülfe.
Lies nun, Jüngling, den liehenwsürdigsten derRömischen Dichter und schreibe mir, was Duvon ihm denkest. Meine Antwort soll dir nicht ent-stehn; lange Weile hat man nie in Horaz Gesell-schaft.