Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

I. Zur römischen Literatur. 87

fremde, oft so unverständlich ist, rührt wohl daher,daß uns im Ganzen die Grazie des Umganges selt-ner besuchet. Unsre Höfe und Patronate, unsreMäcenatschaften doch wozu, Jüngling, Dir diessagen? Lies Deinen Horaz frei und freue dich sei-ner. Manche seiner Ddcn ist ein Billet; aber wiewohlgewandt, wie zierlich! Laß Dir diese Artigkeit,den schönen Wortbau, die ouriosu keliuiras, dieauch Pctron in ibm fand, empfohlen seyn; sie istdie Würze des Gesprächs und Umganges. Und derWeg zu ihr? Nüchternheit des Sinnes, Leichtig-keit seiner Person, Entäußerung seiner. Sich, wieder freie, stolze Horaz sich auch in seiner Dichtcr-krone leicht gcbehrdet. So viel er auf das Geschenkseiner Muse halt, so hoch ers preiset; es war einGunstblick , den sie ihm unverdient in seiner Ge-burtsstunde zuwandte; sie, die stummen Fischen,wenn es ihr beliebte, Gesang geben könnte, a) Sobescheiden dachte Horaz von sich, beim ewgen Mo-nument, das er seinem Gefühl nach sich errichtet;b)auch im kühnsten Selbstlobe graziös' und artig.

Fünfter Brief.

Im Lobe Cäsar-Augusts zeigt sich die Anmuthunsers Dichters auf ihrem Gipfel. Du weist, wH>schwer cs ist, Fürsten, Helden, Könige, Weltmo-

») IV, z. k) III, zo.