Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

86 I. Zur römischen Literatur.

Macenas. Der Glückwunsch an ihn auf seine Res-se, er) vor allen alstr das herzvolle Gedicht:'

Warum mit deinen Klagen entseelst du mich? 6)

verbinden Beider Leben untrennbar, Sanderbar»daß die Parze dielen Wunsch bekräftigte,, oder viel?mehr, daß d>r Dichter sbn thas, als ob er ins Buchdes Schjckchls gebückt batte; in d.mselben Jabr,wenige Monate spater, starb Hora; am Ausgangeeines bösen Novembers seinem Patron und FreundeMäccn nach, im 57tcn Jahr seines Alters. Gewißmachte nicht der Patron den Dichter, sondern derDichter den Patron auf eine so schöne Wesse un-sterblich; dagegen sei den; Macenas auch in sei-,ner Asche Dank, daß cp dem Dichter ein Sor-genloses, angenehmes Leben gewahrte, daßer ihm Sehutz und Zier war.

Der Ernst im Scherze, der Scherz im Ernst»der zwischen Macen und Horaz, an Jenes Tafel inDnses Scheinen herrschte» ist vorzüglich das,Salz» das man jetzt die horazische Launenennt» und nicht so nennen sollte. Es war die fro-he, lcschre Ironie aller Weisen, nur so und an-ders gemischt, nach Gegenständen, Zeiten, Perso-nen, K !op sto ck hat sie in einigen Oden unver-gleichlich; in Horaz Sermonen und Briefen hatWieland sie cc»genialisch interrretiret; Italien »Spanien, England, Frankreich haben in ihr trefflich?Muster, Daß Uns ernsten Deutsche diese Manier sh,

s) Ichoä. t) r. b) II, 17,.