I. Zur römischen Literatur.
big ein sich bewegendes, beseeltes Ge-wählte, ein Ganzes mit Anfang, Mit-tel und Ende. Sey die Situation, die es schil-dert, eine innere oder äußere; ohne diesenFortgang der Idee, ohne diesen Flug derMuse, der sich zu verirren scheint und doch nieverwirret, ist die Ode ein Stativ, oder was siesonst scyn mag, nur kein Gesang, keine Ode. Höchstalbern sind die Aussprüche der neueren Poesieschöp-fer, wenn sie dem Römer den Namen eines Dich-ters entweder ganz absprcchcn oder ihn deßwcgenties'hcrabsetzen, weil sich aus ihm nicht wie ausHomer mahlen lasse, oder er nicht wie Homerplastisch mahle. Thatc crs, Ware er ein schlechterlyrischer Dichter. Das Beiwcsen, das man Horazaus Kunstbüchern zuführtc, die Erklärungen, dieman ihm aus Gcmahlden, Münzen und Statuengab, die Streitigkeiten, die über die grausameRot h wen d ig kcit,
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als über ein unschönes Gemahlde führte, zeigen denUngeschmack, oder linder zu sagen, den unly ri-schen Geschmack derer, die sie führten. Mahletmir doch ein Lied, eine Strophe des Liedes, denGeistertanz, die schwingende Bewegung der Töne.
In jeder horazischen Ode also suche dir, meinFreund, die geistige Situation auf, die derDichter darstellcn und beleben wollte; suche in ihr