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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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73
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I. Zur römischen Literatur. 7?

Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung

Pracht

Welchen König der Gott über die Könige u. s.

wie ein Genius über uns schwebte, und in seinemHauch, in seiner leisen Berührung die Sprache ganzetwas anders ward, als sie vorher gewesen war;da ward den Verständigen auch Horaz aufgeschlossen.Indem unsre Sprache, die unserm Ohr und Herzenimmer doch die nächste, die belebenstc bleibt, einenseinem Horaz in den Sylbenmaaßen und der Ma-nier des Römers stesaß, ward uns auch der geistigeZutritt zu diesem leichter. Zu Klop stock also,junger Mann! Er singe dir den Horaz vor undein; Rammler kann dabei unvergessen bleiben.Manche andre rasselnde Cyklopen - Ucbcrsetzung, ohn'alle Ehrerbietung gegen Horaz auf dein Amboß ge-schmiedet, wird dir gegen das Urbild gehalten un-leidlich tönen.

Zweyter Brief.

Melodien und Sylbenmaaße aber machen nochnicht den lyrischen Dichter; seine Anmuth und Gra-zie muß uns anmuthige Bilder vorführen, dieuns zu huldreichen Gesinnungen beleben. Zusolchem Zweck wählt jede Ode sich eine Situationund stellet sie dar; sie wird ein Gemählde. Dadies Gemählde aber aus den Saiten der Lyra her-vorgeht, die eine Muse belebet, so ist es nothwen-