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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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72 I. Zur römischen Literatur.

in diese Sylbenmaaße cingewcihet bist, dass deinr^Seele auf den Flügeln des Choriambs zu schwe-ben, mit Alcäus vorzutreten, und jeder andernMelodie der Worte und Bilder gleichsam einverleibt,dich in ihr frei bewegest, stehest du nur zerstückleGliedmaßen des Dichters , nicht aber den rbythmi-schen Tan; seiner Muse. In ihm ist jede Wendung,jedes leichte Inhalten, Auf- und Niederschweben,jeder stärkere und leisere Tritt Grazie und Anmuth.

Glücklich sind wir in unsrer Sprache, dass wirdies ätherische Eonccrt nicht nur vernekunen, sondernauch nachbjldcn können; in andern Sprachen, derZtalianischen und Spanischen selbst, der Französi-schen, Englischen u. f. höret man an einer über-setzten Ode Hora; entweder einen aufgelösten ver-nünftigen Discurs, oder falsche, fremde widrige Tö-ne. > Auch wir hörten sie in der unfern, bisKlop stock und Rammler kamen; beide ließenuns Horaz in fernen Sylbenmaaßen hören, aberauf eine sehr verschredne Weise. Rammler, mitKlop stock verglichen, großenthcils hart; seinWortbau wird schwerfällig, indem er bisweilen dievollgewichtigsten Worte kurz brauchet. DagegenK l opst ock; seit Er*) in seinem leichten Schwünge

Wen des Genius Blick, als er gebohren ward,

Mit einweihendem Lächeln sah

Wie Gua im Fluge, jugendlich ungestüm

Einen fröhlichen Lenz ward ich und flog umher Der die Schickungen lenkt

*) S. 17H7.