I. Zur römischen Literatur. 3.7
Nichts bewundern.
Hvraz sechster Brief des ersten Buchst.
Nichts bewundern, o Freund NumiciuS! Diesist das Erste
Und das Einzige wohlzuseyn und sich wohlzu erhalten.
Diese Senne, die Sterne, den in bestimmten Mo-menten
Rollenden Laus der Zeiten; es giebt Betrachtende,die sie
Furchtlos anschaun. Und — wie, meynst du, dieGaben der Erde?
Wie die Schatze des Meers von Arabien her undvom Indus?
Wie das Geklatsche des Volks? die Geschenke desreicheren Römers?
Wie die Possen? Mit welchem Aug' und Gesichtund Gemüthe,
Glaubst du, müsse man sie anschaun? Wer sie zuentbehren
Fürchtet, bewundert sie fast, wie Jener, der sie be-gehret.
Beiden ist Furcht beschwerlich; ein unverseheneßWahnbild
Schrecket beide; Freud' oder Schmerz, Verlangenund Furcht ist
Eins wie das Andre, was über und unter der Hoff-nung erscheinend
Dich mit geheftetem Blick erlahmt an Körpevund Seele.
*) Adrastea 11 , Stück