I. Zur römischen Literatur. 33
Was sagt Paris? Glücklich zu seyn in Ruh zuregieren
Könne Niemand ihn zwingen. Ein Nestor mühtsich vergebens,
Beizulegen den Zwist des Peliden und des Atri-den;
Jenen glühet die L i eb'und beide glühet der Z o rn an.
Was nun die tAlen Fürsten verbrechen, büßen dieGriechen.
Aufruhr, List und Verrath, Wohllüstigcn, wüthen-de Rache
In - und auswärts Ilions Mauern, weben dieFabel.
Wiederum, was Verstand und Muth und
' ' Mäßigung könne,
Davon zeiget mein alter Homer uns seinen Ulix es,
Der, da er Troja gebandiget, jetzt die Stadt' unddie Sitten
Vieler Menschen sah, mit Einsicht; und aufdem Weltmeer,
Als er Sich und den Seinen die Heimkehr bahnete,manches
Ungemach litt, doch nimmer ertrankt von der Welledes Unglücks.
Jener Sirenen Stimme, der Circe Becher (dukennst ihn!)
Hatt' er wie seine Gefährten ibn thöricht-lüstern
^ getrunken,
Wäc' er unter der Hure, wie sie, ein Schlechtergeworden,
Herzlos, lebte wie sie, ein unreiner Hund, einsSau jetzt. —
Herders Werke z. sch. Lit. u. Kunst. XI. E Röm. Lr'c.