32 I. Zur römischen Literatur.
Horaz zweyter Brief des eisten Buchs*)
Ln einen jungen edlen Römer.
Während zu Rom du in Reden dich übst, du derLollier Größter**)
Hab' in Pränest' ich den alten Homerus wieder ge-lesen ,
Der was e d e l und schön und nützlich, auchwas es nicht sev,
K arer und besser sagt, als Crantor selbst undChrysippus.
Warum ich also denke? Vernimm, wenn nicht«dich abhalt.
Seine Fabel, wie Griechenland einst, um derLiebe des Paris
Willen, mit jenen Barbaren den lang' anhaltendenKamps stritt,
Zeigt uns — thörigtec Fürsten und Völker brau-sende Schwachheit.
Wenn Anten or rath, an der Wurzel den Kriegzu vertilgen,
Was
*) Adrastea II. Stück.
Daß das maxime Lolli wohl nicht ein Beiwortaus der Kinderstube seyn kann, zeigt der Inhaltdes Briefs. Wahrscheinlich war der junge Lollier,an den der Brief gerichtet ist, ein kühn empor-strebcnder Jüngling, der seinem Geschlecht Ehremachen wollte. Die Anrede ist, wie Vieles inHoraz, Scherz und Ernst, Ernst und Scherz.