Vorrede.
XVII
viel! so rein moralisch, so hcrzerhebend, und fürden inncrn Sinn einwirkend, auf, daß sie zugleicheine Beruhigung über tausend sich durchkreuzendeVorfälle des Lebens geben konnte.
Gleiche Bewandtniß hat es mit dem symbo-lisch en F ack e l t ra g e r, der den Tod vorge-stellt haben soll. Uebcrall freilich nicht; und dieeinzige Vorstellung des Todes war der Knabe auchnicht; es gab noch viel andere Dichter- und Kunst-vorstellungen des Todes, und wenn der Knabe mitder Fackel den Tod bezeichneke, so war es nicht derTod an und für sich, sondern der Schlaf, welcherals ein Symbol des Todes angenommen war; ei-ne sehr feine Bemerkung einer doppelten Allegorie,welche Herder wahrnahm. Trefflich hat er die-;ausgeführt, und gegen Lessings: Wie die Al-
ten den Tod gebildet haben, erwiesen. ObLessing, wenn er noch den Druck der Schrift erlebthatte, sich für überwiesen würde gehalten haben,ist eine andere Frage; sich von seiner einmal ge-faßten Meynung abbringen zu lassen war seine Sa-che nicht; es würde ihm noch manche sophistischeAusflucht zu Gebote gestanden haben.
Allegorie in einer Schrift, muß aus dem Zu-sammenhang, Allegorie in einem Bilde aus demGegenstände, auf den sie sich bezieht, bestimmt und
Herders Werke Lit. u. Kunst. XI. b Röm. Lit.