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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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Vorrede.

de, insonderheit in Beziehung auf den Mißbrauchdes Glücks, den die Götter den Glücklichen machensahen; nun bildete sich der Begriff von der Ne-mesis, im Gegensatz der Hybris, des Ueber-muths, der Insolenz, durch die sich der Sterbli-che auf dem Gipfel des Glücks ganz natürlicherWeise seinen Fall selbst vorbereitet; von diesemBegriffe aber zu wie viel andern feiner» schritt derGrieche fort! und mit ihm die Kunst, die nundurch beigcfügte Attribute sprechen mußte. Aberdiese sind wieder allegorisch, und nicht alle so be-stimmt , daß die Deutung sich nicht auf verschiede-ne Weise machen ließ.

Sollen wir uns nun über die Verschiedenheitder Versuche zur Erklärung der Nemesis wundern!mit andern zürnen, wenn sie eine andere machen,die von der unsrigen abgeht! oder ihn herabwür-digen, wenn er nicht unbedingt die unsrigc, alsdie einzig gültige anerkennen will! sey die meinigeauch von der Art, daß sie bestritten werden kann,so gut wie so viele zuversichtliche Emendationen man-ches Kritikers in einem Klassiker; ist es ein sogroßes Uebel, wenn ein unschuldiges Phantasiege-schöpfchen mit unterlauft! ist es nicht erbärmlich,wenn der neue Herkules ihm mit der Keule nach-läuft, gleich als wäre es der Erymanthische Eber!Herders Geist faßte die Idee von der Nemesis, alsGöttin des Maases und Einhalts. Nicht zu

viel!