Vorrede.
XIII
kelmannsche Begeisterung auch ihn faste. NochMehr lockte ihn Lessings kritischer Sinn in diesesFeld. Doch blieben die entworfenen Aufsätze die-ser Art, als Früchte zum Reifen , in seinemPult verschlossen. Die frühere Blüthe sieht manin seiner Bestreitung Klotzens lallender Sermonenüber antiquarische Gegenstände. Im Jahre 1786erschienen die beiden Schriften, welche hier abge-druckt sind, Nemesis, und, wie die Altenden Tod gebildet, in den zerstreuten Blattern.Beide tragen den Charakter der Zeit in dem Auf-suchen und Zusammenstcllen von verwandten Vor-stellungen, die auf alten Kunstwerken vorkamen.Es war in der Ordnung der Dinge, daß wirDeutschen erst genauere und umfassendere Kennt-nisse von den Antiken, die auf unsere Zeit gekom-men und wirklich vorhanden sind, uns zu ver-schaffen suchen mußten. Ehe ließ sich von nichtssprechen. Mochten manche Versuche dieser Art Com-pilation seyn: sie erhielten gleichwohl einen andernCharakter, als die geistlosen Ausammenbaufungenähnlicher Art bei den Jtalianern, in ewiger Wie-derholung der trivialen Mythologien und Antiquitä-ten , gehabt batten. Der Deutsche lernte bald nachKunstideen ordnen; so erzeugte sich nach und nachder Begriff von einer Mythologie der Kunst; undso gicng man immer weiter zu tieferen Betrachtun-gen über Kunst und Geschmack fort.