Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
435
Einzelbild herunterladen
 

der Ebräischcn Poesie.

435

Daß der Blinde sah, der Laube hörteUnd des Stummen Zunge sänge Lieder!

Ja, er kommt! Frohlockt, ihr blöden Armen!Wie die Rehe hüpft, ihr zarten Lämmer!

Euer Gott kommt! Schaut den Friedenskönig!

Euer Gott kommt! und er wird euch helfen.

Salem steigt hervor, die Stadt des Friedens,

Gottes und der Ruhe ewge Wohnung.

Wo der Unschuld Spezereien duften,

Wo nur Dankgebet gen Himmel steiget:

Lod ist nicht mehr, noch Wehklag' und Trennung!Denn die letzte Lhräne von den WangenTrocknet Gott! Er ihre Sonn' und Kühlung!Er ihr Lamm auf ewig grünen Auen.

Sohn der Jungfrau! heilger schöner Palmbaum!Unter deinem Schatten will ich ruhen:

Denn er weht dem Matten süße Kühlung,

Ist dem Schwachen neue Himmelsstärke. -Deiner Lippen Frucht ist ewges LebenUnd dein Athem Hauch des Paradieses.