Werke, seine Negierung und Vergeltung, über denBeistand, den er den Guten leistet, und den Werthdes Gebets und der Aufrichtigkeit in seinen Augen,sind uns durch Lieder und Anwendungen so bekannt,daß die schönste Anthologie hierüber unnöthig schei-nen würde. Ich darf also abermals nichts, alseinige Hauptgcsichtspunkte auszcichnen, dieden Inhalt einiger Lieder zeitmaßig zeigen.
r. So erhabne Aussprüche von Gott in denPsalmen verkommen: so sichet man doch, daß in-sonderheit in denen aus Davids Zeiten Jehovahnoch eigentlich als Nationalgott dargestelltwerde, den man als den König und Richter desLandes im Tempel anbete. Dies gicbt den Gesän-gen im Ganzen so viel Kraft, als einzelnen Aus-drücken positive Bedeutung. David sah Gott alsden Privatfreund seiner Person und seines indivi-duellen Schicksals an; in den Tempel aber tritt ermir seinen Bekenntnissen und Liedern als vor dasAngesicht des Richters. Daher erklären sich dieHerzahlungen seiner Sünden als Krankheiten oderals Verbrechen, weil über beides im Tempel gespro-chen ward: daher darf er sich seiner Unschuld gegenFeinde so laut rühmen, weil er hier vor Gerichtstand. So manche Eingänge der Liedern):
Hör' an, Jehovah! Gerechter! werk' auf meinGeschrei!
Hör' mein Gebet an, das von reinen Lippen gehtl
s) Psalm i?.
Herders Werke i. Stet. u. Lheol. ll. Aa