der Ebrai sehen Poesie. 239
die Seele in der ersten lebhaften Stunde des erlit-tenen Unrechts sich ausgießk! Ob ich also gleichdie Erinmrung an seine Feinde aus Psalmen, wieder L. 19. 23 . 104. iZgste sind, für mich und denheutigen Gebrauch wegwünsche; so gehören sie dochauch da zum Spiegel der Denkart Davids. Erhatte seine Seele verfälschen müssen, wenn er sienicht auch in diesem Zuge Gott dargcstellc hatte;dadurch aber verband er uns nicht, daß wir dieseWünsche zur Unzeit, gar ohne Veranlassung, ihmnachsingcu sollten. Vollends im Geiste der christli-chen Religion liegt das Fluchen über die Feindegar nicht.
Eben diese harten Zustande geben David Gele-genheit, Züge der W i e d c rv e rge l tu n g und derGerechtigkeit Gottes zu entwickeln, wie esjetzt der Drang seines Herzens forderte, und in frü-hem Zeiten so ausführlich nicht geschehen durfte.Dem Gesetzgeber Moses war Gott ein Nationalgott,der über das ganze Volk in allgemeinen SchicksalenVergeltung übte; David und seine Mitgenossen ent-wickeln schon feinere Züge der Regierung Gottes übereinzelne Menschen und über die Welt. Assaph thutsals Weiser: David als ein vielerfahrner Held; vieleAusdrücke von ihnen sind noch jetzt, dreitausendJahre spater, die treffendste», um eine moralischeAufsicht Gottes über den Zusammenhang der Dingezu bezeichnen. In manchen Psalmen schcints, alSob Hiob ihr Vorbild gewesen; überall aber geht al-les von eignen kleinen Veranlassungen aus-
5 . Merkwürdig ist's von David, daß er Gott
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