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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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Vom Geist

seine Befehle ausrichtel, kommt der Sänger aufdie vertraulichere mit seinem Volke, die er in ebendem Maas sichrer und liebenswerth schildert, alssie eingeschränkter und vertraulicher wird. Der Gangdes Liedes ist also Eontrast. Das erste Bild wirdzur größesten Pracht geführet: sodann brjchts unddie sanfte Rede geht enger und enger bis zur ge-nauesten Freundschaft Gottes, zu seiner Vertraulich-keit mit einer Menschenseele. Auch die geheimstenverborgensten Fehler seines Freundes merkt Gottund laßt sich den stillen Zuspruch des Herzens alsein Freundesgefprach gefallen. Schöne Dekonomiedes PsalmsI)! schöner Inhalt' Ueberhauvt mußman bei Lehrgesangen keinen fortreißendcn Schwung,wie bei Siegs? oder Kriegsliedern erwarten. DieLehre liebt ebenen Boden und geht desto unvcrnick-ter zum Ziele. In den alphabetischen Psalmenendlich muß man gar keinen künstlichen Odenplansuchen. Sie sind eine Blumenlese ausgesuchterSentenzen, und des Gedächtnisses, des Auswen-diglernens wegen also geordnet. Der lange vig.Psalm bearbeitet meistens nur Einen Hauptsatz,und ist also eine Sammlung moralischer Variatio-nen. Ich darf hier nicht viel Proben geben; da

1) Der Grund von vielen Mißdeutungen in den Psal-men ist, daß inan Gesetz, Wort, Recht, Zeug-nis in einem neuern und nicht dem alten politi-schen Sinne nimmt, den diese Worte in der Ver-fassung der Juden hatten. Dis diese beziehensich Pflichten und Wohlthaten, die die Gesängepreisen.