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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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298
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Vom Geist

Zion gepflanzet. Von Jugend auf war DavidsGeist musikalisch und dichterisch gewesen. Er hatteseine schönsten Jahre als ein Hirt der Heerde aufAuen durchlebt und daselbst Blumen der Idylle insich gesammelt, die oft auch seine heroischen, auchseine traurig - bekümmerten Psalmen schmücken.Durch Musik, mit der damals nicht nur Gesang,sondern auch die Kultur der Zeit verbunden war,hatte er zuerst zur Person des Königs Zutritt ge-sunden ; ohne Zweifel trug dieser Umstand bei, daßer die Gaben seiner Muse noch mehr anbaucte undstärkte. Bald ward er, als ob ihm Glück und Un-glück durch Gesang kommen sollte, durch den Tri-umph der Weiber, die ihn cinholten, für SaulsNebenbuhler angesehen und einigemal entrann erkaum, die Harfe in der Hand, des Königes Wurf-spieß. Er gerieth auf die Flucht, zog Jahre lang,einsam oder begleitet, in der Wüste Judah umherund war wie ein Vogel auf den Bergen. Hierward seine Harfe ihm Trösterin und Freundin: ihrklagte er, was er keinem klagen konnte: sie besänf-tigte seine Furcht, machte ihn sein Elend vergessen,wie sie einst bei Saul den bösen Dämon besänftigtund ihn Neid und Gram vergessen gemacht hatte.Aus ihr lockte er jetzt Töne hervor, die ein Wie-derhall seiner Empfindungen in Leid und Freudewaren, und die zärtesten unter ihnen wurden Ge-bete: Gebete, mit denen sich sein Muth beflügelte,seine Hoffnung stärkte, bis er durch Schicksale Got-tes über Alles siegte. Jetzt ward die Harfe in Kö-nigshänden öffentliches Dankgelübde. Nicht nur,daß er selbst, wie ers oft gelobt hatte, die Gebeteseiner Angst und Errettung öffentlich machte; er