der Ebräischen Poesie. 271
ihnen wenigstens die.Fabel, dos Sprüchwork, dasalberne Geschichcchen lassen, das. sich denn nicht nurder Seele des Volks empfahl, sondern sich gar zu-weilen dem Ohre des Monarchen in demüthiger Ver-kleidung zu nähern wagte. So erzählte Nathandem Könige nach dem Herzen Gottes, eine kleineParabel vom einzigen Schaaf des armen Mannes k) :so sang JesaiaS seinem geliebten Freunde, dem Volke,ein Fabellied von einem andern geliebten Freunde u),das nichts anders enthielt , als wie jenes ein un-fruchtbarer , unnützer Weinberg ft», dem dieser, derHerr des Weinberges, die schnelleste Verwüstung dro-he. Die Propbeten mahlen Symbole an die Wand,oder werden selbst zum Symbol, zu einer lebendi-gen Fabel, und wenn dann die Neugier fragte: wasist das? was will die alberne Figur sagen? so er-zählte ihnen der Prophet liebreich die Bedeutung.Oft giebt er ihnen diese auch im Wortspiel.
Was siehst du, Jercmia?
„Den Stab von einem Mandelbaum!"
Du sähest recht! ^
Denn wache» will ich auf mein Wort,
Daß ichs erfülle — ci)
Welcher Anspielungen auch auf Namen, Denkmaleund Begebenheiten die historischen und poetischenSchriften der Ebraer voll-sind. —
Und weil nun eben auch die Räthsel- und Wort-spiele Simsons in diese Zeit gehören: so wird es
l>) 2 Sam. v2, 1.ä) Jex. 1, 11. i».
e) Les. ö, l.