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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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Nom Geist

dos Volk verehrt, und bei denen oft die klügstenReisenden staunten. Alle nemlich bewundertendie Anstrengung dieser Menschen, einen gewaltsa-men Zustand, gegen den diese Vision Bileams einKinderspiel ist. Warum sollte also die Gottheit,die sich jetzt der Stimme dieses schlauen Weissagersbemächtigen wollte, der wirklich nicht zu fluchenhinzog, nicht eben des Weges gehen, der ihm dergewöhnlichste, der auf ihn der wirksamste war?Ein fürchterliches Phänomen mußte ihm unterwegsaufstoßcn: er hörte und sah in wachender Visionwirklich, was hier erzählt wird; wie klein ists aberfür uns, zu fragen: ob die Eselin wirklich gespro-chen? und wie sie gesprochen? ob und auf welcheArt ihr Gott Vernunft, menschliche Redorgane ge-geben ? u. f. Dem Schamanen sprach die Eselinin der Vision, d. i. er hörte Stimme und sah Er-scheinung; uns darf und soll sie nicht sprechen',wenn wir nicht auch Schamanen werden wollen.

Von einem Manne von dieser Einbildungs,kraft wird man hohe Sprüche erwarten: und siesinds auch. Sic haben das höchste , Würde,Kürze, Lebendigkeit, Fülle der Bilder; in den spä-tern Propheten ist wenig, in Moses Reden nichtsihres Gleichen. Sie stehen etwa dem Buch Hiobzur Seite, und die Geschichte, die zu ihnen führt,mit allen diesen Träumen und Visionen, mit demfurchtbar zu nehmenden Warnen, den verschiedenenHöhen und sieben Altären auf jeder derselbenalles ist so einfach, wiederholend und symmetrisch