Dom Geist der Ebräischen Poesie. i3r
dachte er schwerlich, daß sie das Land, das er ih-nen versprach, mit Schwertes Schärfe würden ein-nehmen dürfen. Er hatte cs ruhig durchzogen undsähe es als sein Vaterland an, wohin noch im Todeseine Gebeine lechzten. So theilte cr's seinen Söh-nen, nach Zügen ihres Charakters, als ein Hirten-land aus. Von blutigen Eroberungen ist in seinemSegen keine Spur; mit Entsetzen sähe er die ThatSimeons und Levi an b) , gegen eine kananitischeStadt und Familie, die doch sein Geschlecht be-schimpft hatte. Er dachte also wahrscheinlich, daßseine Söhne bald wieder hinüberziehen, und sichhier und dort niederlassen würden, wie er's ihnenvorzeigte. Das Schicksal wollte cs anders. Vier-hundert Jahre weilte das Volk in Aegypten undhatte keinen Anführer. Es gerieth in Unterdrückung,bis ihm, durch -Noth geweckt, endlich ein Erretterwurde, dem cs noch mit Mühe folgte. WelcheHindernisse fand nun dieser! In Kanaan hattesich alles verändert: sogleich bei seinem Austritt ausAegypten trat Amaleks Horde ihm entgegen: keinVolk wollte ihm sogar den Durchgang zuqcstehn;er mußte sich den Weg mit gewaffneter Hand bah-nen. Daß Moses dieses ungern that, sehen wiraus seinem ganzen Zuge. Er wählte nicht die kür-zeste Straße nach Kanaan, weil er sich durch einVolk ägyptischen Ursprungs hätte durchschlagen müs-sen, und er also die Rückkehr seines unkriegeri-schen Heers besorgte; durch irgend eine verwandteNation, die Edomiter etwa, glaubte er durchkom-
b) i Mos- hg, 5. 6.