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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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169
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der Ebraischen Poesie. 269

Thron herrschet: desto edler, desto menschenwürdigerist die Verfassung. Siehe! das war Moses Gottcs-regierung. Das Gesetz herrschte, von innen mitGottes, von außen mit der einmüthigen Stimmedes Volks bekleidet: cs thronte im Nationaltempel.Dieser war ein Zelt des Landesgottes, das allen12 Stammen angehörte, das sic alle zur Familieeines Gottes knüpfen sollte; daher die goldenenKälber zu Dan und Bethel, die das Band derNation zerrissen, den Propheten so verhaßt waren!An Jehovah also war man mit Pflicht und Treuegebunden; an keinen willkührlich herrschenden Men-schen. Vor jenem stand man mit Gedanken undThaten; man stand aber nicht als Knecht vor ihm,sondern als Kind, als auserwahlter Erbe; und dieWohlthaten Gottes, die er dem Volk erwiesen,wurden dem Andenken vernünftiger Menschen im-mer hergcuannt und neu erzählt in Gefangen undGölterreden. Welche feinere Art, die Bedürf-nisse des Landes zu bestreiten, wenn man sie demHeiligthum der Nation , keinem schwelgenden Throngab, wenn man auch mit seinem Versehen vor Je-hovah stand und vor keinem vielleicht sündiger»Menschen! Wer fühlt das Drückende nicht, daßMenschen über das Leben der Menschen Macht ha-ben ? daß die Willkühr Eines verdammen und be-gnadigen kann? daß die Gerichte nicht von erwähl-ten Richtern des Volks vor den Augen GotteS undder Nation, sondern von besoldeten Dienern desFürsten, an verschlossenen Oertcrn, in einem Laby-rinth von Nechtsgangen und Formeln gehalten wer-den u. f. - Moses dachte die Sache höher undreiner. Leffentlich wurden die Gerichte gehalten: