der Eb ratschen Poesie. 167
Dein Gott besucht es immer;
Jehovahs Augen sehn
Bom Ansange des Jahres,
Zum Ende hin, darauf! —
und wer die Beschaffenheit Judaa's in Vergleichungmit Aegypten kennt, siehet die genaue Wahrheitdieser Beschreibung. Die Fruchtbarkeit des Landeshing von der Gunst der Witterung ab; cs lag al-so gleichsam unmittelbar unter den Augen des Got-tes der Himmel und wie an den Brüsten der Vor-sehung ; Früh - und Spatregcn , der Wind von die-ser oder jener Seite her entschied alles; und sowars natürlich, daß Moses Himmel und Erde zuZeugen seines Bundes nahm, und zu Machern des-selben bei jeder Ucbertretung aufricf. Der Himmelsollte eisern, die Erde ehern werden, Früh- undSpatregen sollte mangeln, der Ostwind sie aUfrei-ben u. f., wenn sic nicht das Gesetz des Gottes be-folgten , der von diesem Himmel auf sie blickte, derihnen diese Erd» als sein Eigenthum gebe. Jeder-mann begreift, wie andringend, ork- und zcitmaßigdiese Stimme vom Garizim und Ebal gewesen: sieumfasset die ganze Denkart des also erretteten, hie-her verpflanzten Volks und alle Zustande des Lan-des. Alles mußte sie an ihr Gesetz erinnern, jedeWitterung im Jahr, jeder Fruchtort, jede Aue undPlage; der Gottesdienst mit seinen Festen und Pflich-ten erinnerte sie daran noch mehr. Und daraufbaute, das erklärte nun jener achte Nationalgeistder Psalmen und Propheten. Kein alberner Abec-oder Wunderglaube wars, was er forderte, sondernder Glaube einer speciellen Aufsicht und Vorsehung,