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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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Uebung zur Uebung. In Tyrus , Sidon oder Kar-thago, in einem kriegerischen Staat der Cyklopcwund Kannibalen find nie Gedichte gesungen, niesolche einfach-erhabene Göttcrgedankcn erzeugt wor-den, als in diesem Acker- und Hirtenlandc, zwi-schen mühselig, aber fleißig bearbeiteten Bergen.Die Sängerin Deborah war eine Aellbewohncriirunter den Palmen: der Sänger David war einHirt: Amos desgleichen, und in allen Prophetenist die Einfalt der ländlichen Natur in Sprache undBildern unverkennbar. Wahle sich daher, wer dawill, Gedichte der Ueppigkeit und des glanzreichstcnUcbermuthes; was die Menschheit in ihren engstenBedürfnissen braucht, was sie zum daurendsten Trostoder zur frühesten Bildung nöthig hat, sind altereife Vatergedankcn von Herzlichkeit, Einfalt undWürde.

4. Man wird hieraus beurtheilen, warumNicht nur Samuel so ungern an die Wahl einesKöniges ging; sondern die Propheten auch gegendie Ueppigkeit des Landes, zumal der Hauptstadt,so sehr eifern? Ueppigkeit sowohl, als ein König,lag nicht in der mosaischen Gesetzgebung. Ihr Landhatte die schönste Lage, die Früchte ihres Fleißeszu genießen oder abzusetzen; nie aber sollte Israel,seinem Hauptcharakter nach, ein in die Welt um-laufendes Handelsvolk oder eine kriegführende mo-narchische Macht werden. Ucber beide Punkte dachteder Gesetzgeber zu menschlich, zu erleuchtet. Er zogGesundheit dem Ueberfluß, und eine arbeitsame,mäßige Glückseligkeit einem entkräftenden, tyranni-schen Weltruhm vor; wer also an Nationalgcdichten

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