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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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der Ebrai scheu Poesie. 73

größeste Licht. Sie waren der Mund der Provi-den;, und so sahen sie auch auf das, was ihnendie Providenz zeigte,

6 . Uebriqens ists unnütze Kunst, sich in deninner» Zustand der Propheten hineintaumeln oderhineingrübeln zu wollen, nachdem sich die Zeiten sosehr geändert. Bei ihnen selbst war die Weise derGottbegeisterung nach Zeiten und Gemüthern ver-schieden ; was wollen, was können wir nun durchDistinclionen ausmachen, wie es mit der SeeleMoseS, Elias, Jcsaias beschaffen gewesen? Wir,die eben so wenig wissen, wie cs mit der SeelePvthagoras, Kalchas, Homers beschaffen war.Wußten wir dies, warum gestalteten wir unsereSeelen nicht so, und brächten Werke hervor, die,was das Göttliche anbet.'ifft, einen Homer, Aeschy-lus und Pinbar beschämen? Welche Ehrfurcht ge-gen die Götter ist in ihnen! hie und da welche bei-nab prophetische Würde! Es erklärt nicht nurnichts, wenn wir dies auf Aberglauben, jenes aufwarme Einbildungskraft und dergl. zurücksühren,sondern es hindert auch, ihre Werke mit rechtemGeiste zu sehen und zu gebrauchen: denn bei alleder sogenannten Einbildungskraft ist in ihnen vielWeisheit. Lastet uns jedem Propheten und Wei-sen seine individuelle Vorstellungs- und Schreibartgönnen, wie wir ihm ja seine Zeit und Zeitabsichtlassen müssen; wir wollen die Früchte ihres Geistesnur für unsere Zeit gebrauchen.