der Ebr ätschen Poesie. 6»
Unterpsande und Bewährungen, oder als Erweckun-gen zur Aufmerksamkeit auf ein Wort Jchovahsauf; und auch da nur des Unglaubens wegen.
Oft ward der Prophet selbst Zeichen; durch son-derbare Sachen, die er als Symbole darstellen mußteoder durch Schicksale, die er litt. Bom ersten sindbei Jesaja, Jeremia, Hvsea Proben; vom zweitensind Ezechiel, der die Lust seiner Augen, sein Weibverlor, und am meisten Jesajas Zeugen. Da beidiesem durch die letzte Hälfte seines Buchs das VolkIsrael, als Knecht und Kind Gottes in Leid undFreude personistcirt wird: so scheint der Prophet
wiederum die ganze Last und das Schicksal seinesVolks als Knecht Gottes, als eine hiezu auser-wählte symbolische Person selbst zu tragen An ihmzeigt Gott, was er mit der ganzen Nation durchalle Uebel, die sie m der Gefangenschaft duldenmußte, auf alle Völker vorhabe; und da der Pro-phet sich in diesem oft als „Zeichen" gesetzt fühlet,so werden hiedurch so rührende, ihm selbst so naheEntwickelungen der Zukunft veranlasset, daß ich dieseKapitel für das Evangelium des alten Testamentshalte. Man hat die Verbindung einiger derselbenso schwer gefunden, daß man zuletzt nicht wußte ,von wem die Rede sey? mit dem jetzt gegebenenMittelbegriff, der Personiffcation Israels in dertheilnehmenden Person des Propheten werden wir,wenn von Jesaia die Rede seyn wird, einen schö-nen Zusammenhang und eine leuchtende Aussicht indie Zukunft finden. — Kurz, Vision, unmittcl-bare Begeisterung, und symbolische Handlung cha-rakterifiren diese heiligen Dichter, und werden unskünftig dem Geist ihrer Poesie näher führen.