Vom Geist
H8
Unweise Kinder, unverständige sind sie,
Zum Bösen weise und zum Guten nie.-
Ich schau das Land: verwüstet ists und leeresIch schau zum Himmel; da ist kein Licht!
Ich seh die Berge: sie erzitterten,
Und alle Hügel taumeln schon.
Ich seh, da ist kein Mensch nicht mehr.
Der Bvgel unterm Himmel slog hinweg.
Ich seh und Karmel ist Wüstenei:
All seine Städte sind zerstört,
Vorm Anblick des Jehovah,
Vor seines schnaubenden Zornes Blick;
Denn also spricht der Ewige —
Ein Prophet, der solchen Eingang macht zu seinerTrauerbotschaft, Verkündigt sie wahrlich nicht mitSchadenfreude; und der herzlichen mitfühlenden Em-pfindung sind alle Propheten voll. Ihre Seele blühtauf wie eine Rose, wenn die Stürme vorüber sind;ihre geängstigte, vom Nebel erwachte Empfindungverkündigt sodann siebenfaches Gute!
Daß dies „thatvolle Wort," diese AusspracheGottes durch den Mund eines Propheten der ebrai-schen Poesie eine eigene Gestalt gebe, entwickelt sichvon selbst. Ihnen waren ihre Aussprüche von dergrößesten Gewißheit, von der lebhaftesten Wahrheit;sie sahen die Sachen, die sie verkündigten, schonwerdend; und so werden sie als Seher, ja als Schöp-fer des Guten und des Unglücks betrachtet. Sieschlagen das Land mit dem Stabe ihres Mundes,und ihr mächtiges Wort befreits wieder. Gott legtauf ihre Lippen die Bothschaft und haucht sie mitgöttlichem Feuer an. Voll unwiderstehlichen Tric-