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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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Vom Geist

Ich denke nicht, wie ihr gedenkt,

Ich handle nicht, wie ihr wohl handelt.

Wie hoch der Himmel über der Erde ist,

So handle ich, so denk ich höher als ihr»

Denn wie der Regen und Schnee vom Himmelniedersteigr ,

Und kehrt nicht wieder zurück, bis er getränkt dieErde',

Und hat sie sprossen gemacht Laub und Kraut,Daß sie dem Säenden Samen giebr und Brod.So ist mein Wort, das je aus meinem Mundeging,

Es kehrt zu mir nie leer zurück,

Es rhut, was ich gewollt,

Es richrer aus, wozu ichs ausgesandt.

So sollt auch ihr in Freude von mir gehn u. f. *)

Der NameWort Gottes" selbst heißt bei denEbräern oft Führung, Leitung, Rath und That.

So wie nun Moses unglücklicher Weise eindoppeltes Wort bekam, sein Volk zu befreien undein hartes Aegypten zuvor mir mancherlei Plagenzu demüthigen: so ists auch mit den Sprüchen derPropheten. In Plage und Trost, in Rettung undZüchtigung theilt sich der Inhalt ihrer Orakel, undbei beiden liegen die Thaten Moses oft wörtlich zumGrunde. Sie schlagen die Widerspenstigen mit al-ler Plage Aegyptens, und retten, trösten, rachenihr Volk mit allen Bildern der Führung Gottes inder Wüste, eines schöner» Kanaans, einer gewissengoldenen Zeit. Dies hat den Dichtern Israels bei

*) J-s. 55, 3.