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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
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Stände der Menschheit, von einer noch eingeschränk-ten Kultur; er setzt aber Kultur schon voraus, undkann ohne mancherlei Künste und Einrichtungennicht bestehen. Diese sind alle von der sanfrestdirArt. Er entwickelt Familienbandc, und hat dashäusliche Vatcrregiment befestigt: er gewöhnte Thiersan Menschen, und gebot sanfte Empfindungen ge-gen die Thiere: er gab Gefühl der freien Natur,

das noch jetzt bei allen Beduinen unauslöschlich ist,indem sie die Städte als Kerker meiden. Wenn al-so in einem solchen Hirtenstamm alte Eindrücke vomGott der Natur, von Vätern, die ihm lieb gewe-sen , von Sittlichkeit und Unschuld herrschten, sowurzelten sie tief in diese häusliche freie Lebensart,und fanden da ihre State. Daher sind die Sagen,die wir vom Paradiese, den Vätern, den ältestenSchicksalen unscrs Geschlechts haben, Hirtensagcn;sie erhielten so viel, als der Hirt fassen und in sei-nem Kreise bewahren konnte, so viel sich an seineDenkart und Lebensweise anschlang, Eben diese Le-bensweise gab also auch den sanften EmpfindungenRaum, mit denen wir diese Sagen bezeichnet finden:dahin gehört die Freundschaft Gottes, die Vertrau-lichkeit der Engel mit den Patriarchen. Man ver-wandle die Aufopferung Isaaks in eine Allegorievon seiner Todcskrankheit und Wiedergenesung (wel-ches sie nicht war, wodurch sie aber unfern Sittennäher käme) welche schöne Standhaftigkeit des stil-len Helden, dem sein Sohn drei Lage im Herzentodt ist, und der ihn ohne Widerrede ausopfert!Mau verwandle den Thurm zu Babel in die Alle-gorie eines unterjochenden, drückenden Reiches, dastirannisch auf der Erde herrscht, und Gott jetzt selbst