Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

der Ebraischen Poesie. 35

Und er stimmte die Leyer zum Gang der Sonnenund Monden,

Nahm vom ewigen Quell hellleuchtende Strahlen undgoß sie

Auf die Sailen» Wie Pfeile des Lichts erklangen dieTöne,

Eilten in goldenem Flug' hinauf.zum Ohre des Schöp-fers»

Zweiter Sänger»

Oeffne Mir, Muse, das Herz. Du gabst dein menschli-chen Herzen

MiteMpfindung. Es blüht' in der Blum' und mit derCypresse

Wuchs es Himmel - hinan! stieg mit der Lüste Gefieder

Aus und sang; vom fröhlichen Schall frohlockten dieWälder»

Und erstiMMte die Laute zu seiner fühlenden Brüder

Mitgefühlen; da ächzte der Schmerz auf wimmernderSaite,

Und wie ranne» die Bäche der süßen Thränen hinunter!

Leis' hinunter: es schmolz das Herz, zerflossen in Tönen»

Erster Sänger»

Hochgelobet sey Gott! Er gab der Zunge des Weisen

Seinen schnellcsten Blitz, das Wort vom Munde Jchosvahs»

Sieh es zertrümmert düs Herz und schüttet hoch vondem Altar

Gottes feurige Glut dem Sünder durch alle Gebeine.

Fleuch ins Dunkel, Verruchter! umhülle die Seele mitDunkel,

Dennoch findet es dich das Schwert vom Munde Jehösvahs»

C 2