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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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Vom Geist

Opitz von der ältesten, in sonder»heit griechischen Poesie.

Die Poeterci ist Anfangs nichts anders gewesen,als eine verborgene Theologie und Unterricht von gött-lichen Sachen. Denn weil die erste und rauhe Weltgröber und ungeschlachter war, als daß sie hätte dieLehren von Weisheit und himmlischen Dingen recht fas-sen und verstehen können: so haben weise Männer, wassie zu Erbauung der Gottesfurcht, guter Sitten undWandels erfunden, in Reime und Fabeln, welche son-derlich der gemeine Pöbel zu hören geneigt ist, verste-cken und verbergen müssen. Indem sie also so vielherrliche Sprüche erzählten, und die Worte in gewisseReimen und Maas verbunden, so daß sie weder zu weitausschritten, noch zu wenig in sich hatten, sondern wieeine gleiche Waage im Reden hielten, und viel Sachenvorbrachten, welche einen Schein sonderlicher Prophe-zeihungen und Geheimnisse von sich gaben, vermeintendie Einfältigen, es müsse etwas Göttliches in ihnenstecken, und ließen sich durch die Annehmlichkeit derschönen Gedichte zu aller Tugend und gutem Wandelanführen. Die Alten haben gesagt: die Poeterei scydi: erste Philosophie, eine Erzieherin des Lebens vonLugend auf, welche die Art der Sitten, der Bewegun-gen des Gemüths, und alles Thuns und Lassens lehrell. f.

Ur.