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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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der Ebräischen Poesie. 7

pfindung. Von außen strömen Bilder in dieSeele: die Empfindung prägt ihr Siegel daraus,und sucht sie auszudrücken durch Gcbcrdcn, Töneund Zeichen. Das ganze Weltall mit seinen Be-wegungen und Formen ist für den anschauendcnMenschen eine große Bildertafcl, auf der alle Ge-stalten leben. Er stehet in einem Meer lebendigerWellen, und die Lebensquelle in ihm strömt undwirkt jenen entgegen. Was also auf ihn strömet,wie crs empfindet und mit Empfindung bezeichnet,das macht den Genius der Poesie in ihrem Ur-sprung. *)

Man kann diesen also menschlich und göttlichnennen, denn er ist beides. Gott wars, der dieQuelle der Empfindung im Menschen schuf, der dasWeltall mit seinen Strömen rings um ihn her setzte,der diese Ströme auf ihn leitete, und mit den in-ner» Empfindungen seiner Brust mischte. Er gabihm also dichterische Kräfte und Sprache; und so

*) ,,Sinne und Leidens chaftcn," sagt ein ge-dankenreicher Schriftsteller, ,,reden und verstehe»nichts als Bilder. In Bildern besteht der ganzeSchatz menschlicher Erkennrniß und Glückseligkeit.Der erste Disbruch der Schöpfung und der ersteEindruck ihres Geschichtschreibers: die erste Er-scheinung und der erste Genuß der Natur verei-nigen sich in dem Worte: cs werde Licht!hiemit fängt sich die Empfindung von der Ge-genwart der Dinge an." (Die Stelle ist vo«Hamann, in den Kreuzzügen des Philologen.1762, S. r 63 .)