Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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und bediente die Eltern mit Kilians Frau, den Bruderund die Schwägerin. Severin hatte sich bald entfernt,da er einen Bauriß zu vollenden habe und bestimmteseine Frau, nur unter den Angehörigen zu verbleiben.Er verrechnete sich nicht. Agnes wagte es, wennSeverin nicht dabei war, ihr weniges Deutsch zumBesten zu geben und lernte noch manches dazu vonden Eltern und der Schwägerin, und die Art, wie siedas bereits Gekannte aussprach und das Neuerlerntenachbuchstabirte, und dabei so treuherzig vertrauendlächelte und Alles nachmachte, erregte große Heiterkeitund oft lautes Lachen. Mit Beihülfe vieler Panto-mimen erklärte ihr Brosi, sie sei ihm wie ein kleinesliebes Kind, das erst sprechen lerne, und das sei jadie schönste Zeit der Kinder, das sei die Zeit derApfelblüthe. Das Letzte verstand die junge Frau nicht,aber das erste begriff sie und mit einer das tiefsteHerz ansprechenden Innigkeit ahmte sie nun die Weiseeines kleinen Kindes nach, so daß Brosi oft mit beidenHänden auf die Lederhosen schlug und hoch bctheuerte:

Sie ist mir tausendmal lieber als der Severin,das ist ja was herziges, er ist sie gar nicht Werth."

Die Hühner Rösle's waren auch zu Gaste in dieStube gekommen, man wollte sie schnell hinaus scheu-chen, aber Agy verstand ihre Bitte deutlich machen,daß man sie da ließe, ihren Zusatz, daß dieses Gemein-leben der Menschen mit den Thieren sie freue, begriffendie Hörer nicht, aber Brosi hatte eine Ahnung davon,denn er sagte:

Sie hat ein gutes Herz, sie ist auch gegen die