Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
454
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hahnwirths. In langen Kleidern und am Sonntagmit dem aufgespannten Sonnendach ging das Mädchenoft im Dorfe umher mit dem stolzen Selbstgefühleeiner für diese Umgebung zu hoch gebildeten Seele. DerGevatter Anerhahnwirth hatte seinen Pathen gefragt,ob seine Frau französisch kenne und mit der bejahendenAntwort eilte er zu seinem Töchterchen und befahl ihm,sich an die Engländerin anzuschließen und dem Dorfezu zeigen was sie könne. Das Mädchen mochte endlichweinend gestehen, daß es ja noch gar keine Uebunghabe, der Vater ließ nicht ab und sagte immer,dannüb' dich, jetzt hast die beste Gelegenheit dazu. Du mußt,üb' dich jetzt." Zur Verlegenheit Aller zeigte sich aber,daß das Mädchen weder ein Wort französisch verstandnoch sprechen konnte; der Nevierförster fluchte über denLehrer von Endringen, dem man noch jedesmal wenn erStunde gab ein Glas Wein einschenkte, aber das halfnichts mehr und Brost war nicht wenig stolz, als er einesungeahnten Reichthums inne wurde, er kannte vomElsaß her einige französische Brocken und seine Söhnerinklatschte darüber vor Freude in die Hände.

Am Nachmittage war große Gasterei bei derSchwester Rösle, es wurde sehr satziger Kaffee auskleinen Tassen getrunken und dazuSträuble"gegessen, das Rösle, das von der Hitze und derBereitung des Schmalzgebäckes glänzte, ließ sich nichtbewegen, mit an den Tisch zu seinen Gästen zu sitzen,es lief mit seiner ältesten Tochter immer ab und zu

Auch Spritzkrapfen genannt.