Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Kummers um seine» Severin wiederum so, daß er mitvollem Nachdruck sagen konnte:Mein Mann ischtkoanr." Und dieß zeigte er nicht nur in der Heiterkeit,sondern auch in der Arbeit; er zog im härtesten Winterbeim Dreschen nie eine Jacke und Handschuhe an, undwenn man ihn darob rühmte, konnte er ausrufen:Ja der Brost, es ist nicht wahr, daß ich schon hintenin den sechzig bin, ich bin erst siebzehn Jahr alt undsei es wie es will, ich bleib dabei, die schönsten Jahresind die von sechzig bis neunzig. Ich bin Anno siebziggeboren, drüben wie man noch siebzehn geschrieben hat,ich muß es hüben auch schreiben, da wird nichts abge-handelt, ich will wenigstens noch vier Jahr Trinkgeld."Wenn er so redete, hielt er immer seine Dose sest inder linken Hand, knickte ein wenig in die Kniee undhob sich als wollte er in die Höhe springen.

Die Auswanderung nach Amerika, die sich immermehr auf dem Schwarzwalde ausbreitcte, hatte auchHaldenbrunn ergriffen und keiner ging fort, der nichteinen besonderen Abschied bei Brosi und Moni nahmund Brosi trug getreulich alle ihre Namen in seinenKalender ein. Diese Auswanderungen, so manchenSchmerz sie auch brachten, waren doch für Brosi undMoni trostreich, sie sagten jedem Davonziehenden, ersolle sich nach dem Severin umschauen und von ihmberichten. In alle Weltgegenden gingen nun lebendigeBotschaften, die doch etwas von dem verlorenen Sohneerkunden mußten, und die beiden Eheleute bestärkten sichdann darin, daß sie sich bcdünkcn lassen mußten, ihrSohn sei über's Meer gewandert, er lebe noch und