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Söhnen ans, er fand in Mainz richtig die Spurseines Severin, aber von da an war nichts mehr zuerkunden.
Der Schmerz um den verlorenen Sohn lebte nochin beiden Eltern fort, in Moni allerdings noch stärker,aber die Alles heilende Zeit und noch mehr die lebendigeErfüllung der Tagespflicht, sowie die Sorge um Kinderund Enkel hüllte Alles bald in einen sanften Dämmer.Am Namenstage des Severin sagte Moni einst:
„Es ist mir wie vorbedeutend, mein Severin istdas einzige Kind gewesen, das an der Muttermilchnicht genug gehabt hat, ich Hab ihm schon mit zehnTagen noch was dazu geben müssen, und so mein' ichwär sein Wandern auch; er hat eben an der Mutter-milch nicht genug gehabt. Aber hart ist's doch, daßer seine alten Eltern so in Jammer läßt und uns soganz vergißt. Der Lehrer sagt auch, er begreife dasnicht und der hat ihm immer die Stang gehalten."
„Das versteh ich so gut als der Lehrer und alsder Pfarrer" erwiderte Brost. „Es ist schon so.Gott hat uns eben eine Anfechtung schicken müssen,daß wir zeigen, ob wir brav und lustig bleiben; aufebenem Weg wär' das kein Kunst gewesen. Drummüssen wir das haben, weil wir Gottlob sonst nichtszu klagen hätten."
Brost bewies es, daß er nicht nur brav, sondernauch luftig geblieben war. Bei der Hochzeit seinesErstgeborenen, der die Großmagd des Fnrchenbaueruvon Endringen heirathctc, die sich ein Erklecklichesverdient hatte, tanzte Brost trotz des nicht vergessenen
Auerbach, Dorfgeschichten, 3, Baud. 28