Fünfzehntes Kapitel.
Es war nun wieder Ruhe und Stille im Haus,aber der Friede und die Freude wollten lange nicht indasselbe einkehren. Moni merkte wohl, daß ihr Mannim Stillen auch traurig über den so feindseligen Weg-gang ihres jüngsten Sohnes war, und er mußte esum so mehr sein, da er doch eigentlich schuld daranwar, sie suchte daher nach den ersten jammervollenTagen ihren lauten Schmerz zu bewältigen; aber denzurückgelassenen Ranzen konnte sie nie ohne Thränenansehen, da war noch Alles gepackt, und die neuennägelbeschlagenen Stiefel sohlen kamen ihr so traurigvor, als läge ihr Sohn zu Boden geworfen und siestand vor seinen Füßen.
Am dritten Sonntag, während Brost in der Mor-genkirche war, packte sie endlich aus und legte es zuoberst in ihren Kasten, sie weinte viel dabei, war aberals dieß abgethan war, wieder heiterer. Sie hatteselbst nach Basel an ihre Verwandten geschrieben, aberdiese antworteten, daß sie nichts vom Severin gesehenhätten. Im Dorfe hieß es nur im Allgemeinen, derSeverin sei im Zorne von seinem Vater davongegan-