sitzen, sondern lief immer aus und ein und wenn ermit dem Vater und den Brüdern beim Gipsmüllerdreschte, traf er oft im Selbstvergessen die Dreschflegelseiner Genossen und in dem Hause, wo nie ein Zankgewesen war, gab es setzt täglich einen Lärm, daß dieLeute auf dem Gäßchcn stehen blieben, denn der Brosischalt seinen Severin und war doppelt böse, weil erihm meist gar keine Antwort gab.
Endlich brachte es Moni mit vieler Mühe dahin,daß Severin sich ein Wanderbuch holen und ein paarJahr in die Fremde ziehen durfte. Ein neuer Ranzenwurde gekauft und ein dauerhafter Inhalt von Kleidernund Wäsche dafür hergerichtet; der Severin aber gabdem Vater noch immer kein gutes Wort.
Am Sonntagmorgen, als die ganze Familie bei-sammen war, die kaum die Stube fassen konnte, derKaspar und das Nösle mit drei Kindern, die Mariannund der Petersepp aus Endringen und Kilian undFranz mit den Eltern, da packte Severin alles Her-gerichtete ein, und als er die letzte Schnalle zugczogenhatte und den Stechpalmcnstock, den er sich auf demKappelberge geschnitten hatte, in die Hand nahm,schnupfte Brosi schnell eine Prise, die er zwischen den Fin-gern hatte und sagte, die Hand auf den Ranzen legend:
„Schad, schad um das schöne gute Sach. Wie baldwirst du das verlumpen."
„Ich will gar nichts von euch, gar nichts!" schrieSeverin zornroth und warf dem Vater den Ranzenvor die Füße, „behaltet Alles. B'hüt Gott, Mutter,b'hüt Gott, Geschwister."