Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
418
Einzelbild herunterladen
 

der Liebling Brosi's war und das er oftmein schönMädle" nannte, hatte bereits eine entschiedene Bekannt-schaft mit des Jörgtoni's Kaspar, aber Brosi undMoni waren noch immer regelmäßig auf dem Kirch-weihtanze und so lustig wie je und wieder hatte dieseLustigkeit einen andern Charakter, cs war nicht mehrwie in ledigen Tagen noch wie in der ersten Ehezeit,man war jetzt mitten unter den erwachsenen Kindernund eine gewisse Scheu vor ihnen begrenzte den Ueber-muth, andererseits aber hatten Brosi und Moni ihreFreude an der Lustbarkeit der Kinder fast noch mehrals an der eigenen und die Kinder konnten neu auf-gekommene Tänze, besonders den Gallopp, den dieAlten nicht mehr verstanden und hätten sie das auch,sich nicht mehr dazu geeignet fühlten. Brosi war aberkeiner von denen, die über diese Neuerungen schimpften,im Gegenthcil, er sagte zu seiner Frau:

Die junge Welt hat eben ihre neuen Sprüng'.Wir bleiben bei unseren alten."

Es war jedesmal eine feierliche Freude, wenn Brosiund Moni ihre Tänze aufführten; ihre eigenen Kinderbetrachteten diese als eine Art öffentlicher Kundgebung desHausfriedens, denn glücklicher als Brosi und.Moni lebtenkeine Eheleute, sie standen noch allzeit zu einander wieBraut und Bräutigam in zuvorkommender Freundlichkeitund heiterm Scherz, und man konnte nicht sagen, obBrosi seine Moni mehr ehrte und lobte oder sie ihn.

Brosi war der erste, der das neue Gesetz mit über-treten half, da vermöge allerhöchster Fürsorge in denBestimmungen des Dccrcts der Oberrcgierung vom