17—22 Juni 18 t 1 der Tanz mit dem Schlage zwölfUhr enden sollte. Schon die polizeiliche Ueberwachungdes Tanzes war Brosi ein Greuel, aber er setzte sichdarüber weg und Haldenbrunn lag auch so weit ander Grenze, daß die Strenge des Gesetzes dort etwasnachlicß. Das Verbot aber, daß die Schulkinder demTanze zusehen und ihn auf dem Hausflur nachahmendurften, wurde unnachsichtlich aufrecht erhalten.
Brosi wollte seinen Severin zwingen, mit ihm zugehen, aber dieser blieb widerspenstig und flüchtete sichzum Lehrer, der dem, wie er glaubte, mißhandeltenKnaben besonders zugethan war. Severin konnte über-haupt schon frühe die Spässe seines Vaters nicht leidenund dieser sagte oft: „in dem Buben steckt etwas vomApothekerrööle, aber ich treib's ihm aus, und wenn ermir unter der Hand bleibt." Wenn man den Severinmit dem Spruche seines Vaters neckte, schlug er umsich und die Mutter hatte viel zu vertuschen und wie-derum schien ihm nichts heilig: keines der Kinder hätteeine der oberen Zwetschgen im Garten ungerührt, denndiese ließ die Mutter stets stehen bis sie runzlig wurden,und bewahrte sie für den heimkehrcnden Vater, der Seve-rin aber war unversehens auf einem der Bäume und gingoft nicht herunter, bis man mit Steinen nach ihm warf.
Severin brachte immer am wenigsten mit, wenner mit anderen Kindern in den Wald geschicktwurde, um Waldbecren zu sammeln, denn man hörte,daß er meist in den Himmel schauend unter einemBaume lag, und sollte er im Herbste Lichtspäne Ln'sGetreideland tragen, mußte man ihn jedesmal mit
27 «